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Aktuelles
08.02.2019
Bio ist das Qualitätssiegel für Tierwohl

Mitte der Woche stellte Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner die Kriterien des staatlichen Tierwohllabels vor, das ab 2020 Produkte im Handel kennzeichnen soll. Kurz zuvor trat der Lebensmitteleinzelhandel (LEH) mit dem Kennzeichnungssystem „Haltungsform“ an die Öffentlichkeit.
Wir stellen hier wir kurz vor, wie viel Tierwohl die neuen Siegel im Vergleich zum Biokreis-Zeichen bieten.

Staatliches Tierwohllabel: unzureichend

Die Vorstellung der Kriterien für ein staatliches ‚Tierwohllabels‘ kommentiert der Vorsitzende des Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW), Felix Prinz zu Löwenstein: „Klöckners freiwilliges Label ist unzureichend. Nur wenn auf jeder Packung verpflichtend gekennzeichnet ist, wie das Schwein gehalten wurde, haben Verbraucher Klarheit. Und es entsteht mehr Nachfrage nach Fleisch aus artgerechter Tierhaltung, was den Bauern hilft, umzustellen. Das zeigt die verpflichtende Eierkennzeichnung deutlich.“

Wo Bio besser ist das neue Label:

  • Bio-Schweine haben 50 Prozent mehr Platz als in der oberen konventionellen Stufe und dreimal mehr, als der gesetzliche Mindeststandard vorgibt.
  • Bio sorgt nicht nur für artgerechte Tierhaltung im Stall und auf der Weide. Bio sorgt auch dafür, dass Feldhase, Wachtel, Rebhuhn Lebensraum haben. Denn Bio-Tiere werden mit Bio-Futter gefüttert, dass ohne chemisch-synthetische Pestizide und Kunst-Dünger angebaut wird und so auch Wildtiere eine Chance haben. Bio-Bauern dürfen nur so viele Tiere halten, wie die Böden gut vertragen. So leistet Bio nicht nur einen wichtigen Beitrag zur artgerechten Tierhaltung sondern stärk Artenvielfalt, schützt Böden und hält Wasser sauber.
  • Bio-Ferkel sind deutlich länger bei der Muttersau als es beim Tierwohllabel angelegt ist.
  • Bei Bio-Tieren und auf dem Bio-Acker ist Gentechnik tabu.
  • Artgerechte Haltungsbedingungen sind entscheidend, damit der Antibiotikaeinsatz massiv begrenzt werden kann.
  • Bio umfasst die gesamte Produktionskette vom Futter bis zur Wurst. So sind bei der Bio-Wurst Farbstoffe und Phosphate verboten.

(Quelle: BÖLW)

System „Haltungsform“: Premium-Stufe entspricht Biokreis-Vorgaben

Lebensmittelhändler, die in der Initiative Tierwohl (ITW) engagiert sind, kennzeichnen Fleisch von Rindern, Schweinen und Geflügel ab dem 1. April 2019 nach dem einheitlichen System „Haltungsform“. Das von der ITW entwickelte System besteht aus vier Stufen. Die erste Stufe entspricht den gesetzlichen Anforderungen, die Premium-Stufe, unter der auch Bio-Fleisch eingestuft wird, garantiert Auslauf im Freien.

Die Vorgaben für die Premium-Stufe decken sich mit den Richtlinien des Biokreis. Mehr Tierwohl als das Biokreis-Siegel bringt "Haltungsform" also nicht. Dafür garantiert der Kauf von Biokreis-Fleisch, dass der erzeugende Hof als Ganzes nach Biokreis-Standards arbeitet, also für höchste Bio-Standards in allen Bereichen steht. Wer Biokreis-Fleisch kauft, kann sich also sicher sein: Den Tieren wird der höchste Tierwohlstandard geboten.

Zum detaillierten Vergleich der Biokreis-Richtlinien und der „Haltungsform“-Vorgaben

   
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