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Aktuelles
20.12.2018
Weidetierhaltung darf dem Wolf nicht weichen!

Heute wurde das zweite „Wolfsgebiet“ in Nordrhein-Westfalen ausgerufen. Der Biokreis Erzeugerring NRW hat im Rahmen seines Engagements in der Landesvereinigung Ökologischer Landbau NRW an der Erarbeitung eines Positionspapieres zum Thema „Wolf und Weidetierhaltung“ federführend mitgewirkt. Es soll ein deutliches Signal in Richtung Weidetierhalter aussenden. Denn es müssen mit dem Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz NRW (MULNV) neue praktikable Lösungen für bestehende und zukünftige Herausforderungen für die ökologisch wirtschaftenden Weidetierhalter erarbeitet werden.

Nutztierhalter fühlen sich derzeit bei dem Thema Wolf und Weidetierhaltung mit ihren Ängsten und Nöten von der Gesellschaft alleine gelassen. Das ist nicht zielführend, wenn es darum geht, die Weidetierhaltung in NRW - und damit vor allem auch den ökologischen Landbau - zu stärken und weiter auszubauen.

Unter den derzeitigen Rahmenbedingungen gehen der Biokreis und die Landesvereinigung Ökologischer Landbau Nordrhein-Westfalen (LVÖ NRW) davon aus, dass eine Koexistenz von Weidetierhaltung und Wolf langfristig nicht möglich ist. Bei einer Ausbreitung der Wolfspopulation ist davon auszugehen, dass mittelfristig die Weidehaltung eingeschränkt oder gar aufgegeben wird, da viele – oft im Nebenerwerb geführte Betriebe – den zusätzlichen Aufwand zum Schutz der Tiere nicht leisten können. Davon wären vor allem ökologisch wirtschaftende Betriebe betroffen, da die Weidehaltung ein zentrales Element des Ökolandbaus darstellt. Die von diesen Betrieben erbrachte Naturschutzleistung durch Beweidung von Flächen würde dadurch ebenfalls wegfallen. Künftig wird ein Wolfsmanagement ohne vergrämende Maßnahmen und Entnahme von Tieren nicht möglich sein. Zusätzliche Kosten, welche in diesem Zusammenhang entstehen, müssen von der Allgemeinheit mitgetragen werden, um besonders die Weidetierhaltung nicht noch stärker zu verdrängen und um ökologische Betriebe und deren Weidetierhaltung zu fördern.

Die Einrichtung von „Wolfsschutzgebieten“ in Regionen, wo Wölfe ohne Schaden an Nutztieren anzurichten existieren können, begrüßt der Biokreis Erzeugerring NRW. Außerhalb dieser Zonen sollten die Tiere aber gezielt bejagt werden.

Mit Blick auf die Rückkehr des Wolfes nach Nordrhein-Westfalen können Details in den Regelungen zum Umgang mit dem Wolf hinsichtlich der Nutztiere über die Zukunft von Weidetierhaltung mitentscheiden. Der Biokreis Erzeugerring NRW hofft, das nun zeitnah Gespräche mit dem Ministerium folgen werden.

Kontakt:
Dr. Gudrun Plesch, Biokreis Erzeugerring NRW e.V, Dammstraße 19, 57271 Hilchenbach
Telefon: 0 27 33 / 12 44 55, E-Mail: nrw@biokreis.de

   
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