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Aktuelles
30.08.2018
Dürrehilfe: Biokreis drängt auf Unterstützung der Weidetierhalter

Der Biokreis Erzeugerring NRW e.V. bittet die NRW-Landwirtschaftsministerin Ursula Heinen-Esser, die von der Dürre in NRW besonders betroffenen viehhaltenden Betriebe bei der Umsetzung der anstehenden Hilfsprogramme angemessen zu berücksichtigen.

Üblicherweise wird die Auszahlung von Hilfsgeldern abhängig gemacht von den Werten der geminderten Ernte. Diese Methode funktioniert gut bei Ackerbauern, die ihre Getreideernte meist wiegen und entsprechende Statistiken führen. Bei Weidetierhaltern aber funktioniert das aus verschiedenen Gründen nicht:

1. Die Gewichte variieren von Jahr zu Jahr. Mal wird schwere Grassilage in Ballen gepresst, mal die mittelschwere Heulage und dann das leichte Heu. Bei gleicher Grasernte unterscheiden sich die Gewichte aufgrund der unterschiedlichen Trockenmasse daher teils erheblich.

2. In diesem Jahr begann die Dürre nach dem ersten Schnitt und umfasste fast die komplette Weideperiode. Fehlende Aufwüchse auf den Weiden führen dazu, dass die Tiere zugefüttert werden müssen. Dies geschieht meist mit Futter, welches eigentlich erst im Winter verfüttert werden sollte.

3. Die Futteraufnahme der Tiere auf der Weide kann kaum erfasst oder geschätzt werden. Eine klassische Erntebilanz gibt es also nicht, was automatisch dazu führt, dass Weidetierhalter bei einer auf Erntebilanzen basierenden Entschädigung durch das Raster fallen.

4. Die Zufütterung auf der Weide führt darüber hinaus zu einer wesentlich höheren Arbeitsbelastung, welche auch mit zusätzlichen Kosten verbunden sein kann. Außerdem stellt sich die Wasserversorgung der Tiere teilweise schwieriger dar als in anderen Jahren.

Gerade in diesem Jahr sind die Weidetierhalter – also Milchviehbetriebe, Mutterkuhbetriebe, Schaf- und Ziegenhalter, aber auch Pferdebetriebe – besonders durch die geschilderte Doppelbelastung betroffen. Viele reduzieren die Tierzahl oder kaufen entsprechend Futter zu – sofern dieses überhaupt noch verfügbar ist. All diese Betriebe würden aber nach der klassischen Erntebilanz kaum auf Hilfen zählen können. Futterzukauf zu subventionieren würde eventuell nur die Preise weiter in die Höhe treiben, ohne die entstandenen Härten abzufedern. „Hier gilt es, intelligente Lösungen zu finden, die gerade Betriebe mit Weidehaltung berücksichtigen“, fordert Dr. Gudrun Plesch, Geschäftsführerin des Biokreis-Erzeugerrings NRW. Die betroffenen Betriebe arbeiten vielfach mit geringeren Gewinnmargen, leisten dazu jedoch noch wertvolle Dienste für den Natur- und Landschaftsschutz – und ein hoher Prozentsatz der Mutterkuhhalter, aber auch viele Milchviehbetriebe mit Weidehaltung arbeiten nach den Kriterien des Öko-Landbaus. Der Biokreis fordert daher: „Diese Betriebe dürfen bei den Hilfsprogrammen nicht durchs Raster fallen.“ Dabei ist klar: Hier ist eine Notsituation kurzfristig zu lindern – langfristig sollten aber andere Wege gefunden werden, um mit solch Extremsituationen klar zu kommen.

   
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