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08.08.2018
Hanf – eine Pflanze mit Potenzial für den Ökolandbau

Bei einem Workshop des Biokreis Erzeugerring Bayern in Passau lernten die Teilnehmer, warum Hanfanbau auch dem Klima nützt

Gut fünfzehn Teilnehmer versammelten sich am Wochenende auf dem Bio-Betrieb von Heinrich Hobelsberger in Passau, um in einem Workshop mehr über den Anbau von Hanf zu lernen. Sie erfuhren, dass die ursprünglich aus Zentralasien stammende Pflanze für den Ökolandbau viel zu bieten hat.

Schon vor tausenden Jahren wurde Hanf als Heil- und Nutzpflanze geschätzt. Heute überzeugt das Gewächs vor allem durch seine vielseitigen Verwertungsmöglichkeiten. Die Stängel der Pflanze können zu Papier, Textilfasern und Baumaterial verarbeitet werden und stellen damit auch eine vielversprechende Alternative zu Holzrohstoffen dar, zumal Hanf zwei- bis viermal so viel Zuwachs produziert wie der Wald. Die Blätter dienen unter anderem als Ausgangsstoff für Seifen, Shampoos und Hanföl. Aber auch in der Industrie kommt das vielseitige Material zum Einsatz, zum Beispiel bei der Herstellung von Lösungsmitteln und Ölfarben auf natürlicher Basis.

Darüber hinaus kann die Pflanze für den ökologischen Ackerbau überaus wertvoll sein, wie Hans, Schiefereder, Geschäftsführer des Biokreis-Erzeugerring Bayern, weiß. Der Ökolandbau-Berater leitete den Workshop und verwies auf die Fähigkeit der Pflanze, große Mengen Kohlendioxid zu speichern: „Damit ist der Hanf nicht nur als Energiepflanze vielversprechend, sondern gewinnt auch in Zeiten des Klimawandels an Bedeutung. Wir müssen mehr Möglichkeiten finden, Treibhausgase zu binden und aus unserer Atmosphäre zu ziehen.“ Zudem, so der Experte, wirkt sich der Anbau der Pflanze positiv auf die Bodengare und damit auf nachfolgende Anbaukulturen aus.  

Nicht unterwähnt bleiben durfte beim Workshop natürlich, wofür die Pflanze am bekanntesten ist: Der in ihr enthaltene Stoff THC ist psychoaktiv und kann Rauschzustände bewirken. „Das spielt für den Nutzhanf aber keine Rolle“, erklärt Hans Schiefereder. „Nutzhanf enthält kaum THC, dafür aber das wenig psychoaktive Cannabidiol (CBD). Dieser Stoff ist aber ebenfalls medizinisch einsetzbar, denn er wirkt entkrampfend und entzündungshemmend.“

In jedem Fall, da waren sich die Workshop-Teilnehmer einig, sollte Hanf wieder öfter auf den Äckern hierzulande wachsen, denn die Pflanzen gedeihen hervorragend im mitteleuropäischen Klima, und das auch ganz ohne den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln.

   
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