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April 2019: Landwirtschaft 4.029.03.2019
April 2019: Landwirtschaft 4.0

In einem seiner humoristischen Texte ersann der Schriftsteller Ephraim Kishon einst eine landwirtschaftliche Maschine: Sie pflanzt Kartoffeln, bewässert sie, erntet sie, wäscht sie, kocht sie – und isst sie auf. „Ja, der Mensch wird allmählich überflüssig“, heißt es darauf im Text.

Wird der Mensch mit zunehmender Automatisierung der Landwirtschaft tatsächlich überflüssig? – Die Zukunftsszenarien, die heute für die Landwirtschaft von morgen entworfen werden, lassen diesen Gedanken durchaus aufkommen. Da ist die Rede von Robotern, die eigenständig den Stall säubern und die Tiere füttern, von automatisierten Selektionstoren, die den Weidegang ganz ohne menschliches Zutun organisieren, und von Schleppern, die automatisch gesteuert über den Acker fahren, wo sie eigenständig säen und ernten.

Ich allerdings kann und will mir eine Landwirtschaft ohne Menschen nicht vorstellen. Ich meine, dass die Erfahrung der Landwirte, ihr Bezug zum Land, zum Boden und zu den Tieren zumindest auf absehbare Zeit nicht zu ersetzen ist. Gerade im Ökolandbau, wo die Kenntnis des Bodens wichtigste Grundlage der Arbeit ist, können Maschinen Menschen unterstützen, nicht aber ersetzen. Das hat mir auch Mathias Großmann-Neuhäusler berichtet, der auf seinen Feldern GPS- und Kamera-gesteuerte Verfahren einsetzt. Auf die menschliche Erfahrung kann aber auch er nicht verzichten.

Robert Habeck hat einmal die Idee entworfen, dass es irgendwann ein Label für „Computerfreie Landwirtschaft“ oder „Landwirtschaft per Hand“ geben könnte. Im Interview für die bioNachrichten äußert der Bundesvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen, welche politischen Entscheidungen wichtig sein werden, um die Digitalisierung in der Landwirtschaft konstruktiv zu gestalten. Ein wichtiges Thema wird die Datensicherheit sein, denn Großkonzerne sind schon jetzt darauf aus, sich Zugang zum Wissen der Landwirte zu verschaffen. Davon wissen auch Lena Michelsen und Jan vom INKOTA-netzwerk e.V. zu berichten. In der Fachberatung geht es diesmal um Kartoffelanbau, um Schwefeldüngung und um die Vereinbarkeit von Weidegang und automatischen Melksystemen. Außerdem schauen wir zurück auf die BioFach 2019 und die Mitgliederversammlung des Biokreis e.V.



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Februar 2019: Brot (Ausgabe: 2019)
Dezember 2018: Saatgut (Ausgabe: 2018)
Oktober 2018: Geflügel (Ausgabe: 2018)
August 2018: Artenvielfalt (Ausgabe: 2018)
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