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Fragen und Antworten
Was ist ökologische Landwirtschaft?
Wie werden Bio-Landwirte und Verarbeiter kontrolliert?
Was ist der Unterschied zwischen EU-Bio und Verbands-Bio?
Wie werden die Tiere auf Bio-Betrieben gehalten?
Warum sind Öko-Lebensmittel teurer?
Was bringt der Ökolandbau für die Umwelt?
Welche Bio-Siegel und Verbandszeichen gibt es?
Antworten auf weitere Fragen zum Öko-Landbau und weiterführende Informationen zu diesem Thema finden Sie unter:
 
Was ist ökologische Landwirtschaft?

Quelle:
Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft e.V. (BÖLW) (20124): Nachgefragt: 28 Antworten zum Stand des Wissens rund um Öko-Landbau und Bio-Lebensmittel. Berlin. S.16.

„Mit den Verfahren des ökologischen Landbaus werden die Öko-Systeme in ihren Funktionen genutzt und dennoch erhalten. Nicht erneuerbare Energie- und Rohstoffquellen werden geschont und der Bio-Betrieb wie ein Organismus verstanden und entwickelt. Es werden möglichst geschlossene (keine abgeschlossenen) Stoff- und Energiekreisläufe angestrebt.

Das bedeutet, dass der Einsatz von externen Produktionsmitteln stark beschränkt oder im Fall von synthetisch hergestelltem Stickstoffdünger, chemisch-synthetischen Pflanzenschutzmitteln und Wachstumsreglern ganz verboten ist. Landwirtschaftliches Handeln ist auf seine Folgen hin ausgerichtet.

Damit sollen negative Auswirkungen auf die in der Landwirtschaft tätigen Menschen, die Nutztiere, den Boden, das Naturalprodukt, die Umwelt und den Verbraucher minimiert werden[...]. Mit diesem verantwortungs- und ethisch motivierten ganzheitlichen Ansatz begründet der ökologische Landbau seinen Anspruch auf besondere Umwelt- und Sozialverträglichkeit.“


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Wie werden Bio-Landwirte und Verarbeiter kontrolliert?

Quelle:
Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft e.V. (BÖLW) (20124): Nachgefragt: 28 Antworten zum Stand des Wissens rund um Öko-Landbau und Bio-Lebensmittel. Berlin. S.14.

„Die Kontrolle der ökologischen Lebensmittelwirtschaft ist durch die EU-Öko-Verordnung [...] geregelt. Mit der Kontrolle werden in Deutschland aktuell 20 private Kontrollstellen betraut [,] […] [die] durch die Bundesländer überwacht [werden]. Ihre Zulassung erfolgt durch die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) und ist in der Kontrollstellenzulassungsverordnung geregelt [...]. Alle Kontrollstellen müssen nach der europäischen Norm DIN EN 17065 akkreditiert sein, um Neutralität, Objektivität und Zuverlässigkeit sicherzustellen [...].

Bevor ein Landwirt Bio-Lebensmittel erzeugen oder ein Lebensmittelhersteller solche produzieren und in Verkehr bringen darf, muss das jeweilige Unternehmen sich bei einer zugelassenen Kontrollstelle anmelden und die Erstkontrolle, bei der die Einhaltung der Anforderungen der Bio-Verordnung bestätigt wird, erfolgreich durchlaufen. Ackerflächen und Tiere der landwirtschaftlichen Betriebe müssen Umstellungsfristen von ein bis zu drei Jahren einhalten. In dieser Zeit dürfen die verkauften Erzeugnisse als „Produkte aus Umstellung“ gekennzeichnet werden.

Kontrollpflicht besteht für jedes Unternehmen, das Lebensmittel verkauft, die auch nur den Anschein erwecken, aus ökologischer Erzeugung zu sein. In Deutschland ist auch die Gastronomie kontrollpflichtig.“ […] Mindestens einmal jährlich wird jedes Unternehmen umfassend kontrolliert – Unternehmen mit hohem Risiko sogar mehrmals: 20 % aller Kontrollen werden unangemeldet durchgeführt.


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Was ist der Unterschied zwischen EU-Bio und Verbands-Bio?

Quelle:
Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft e.V. (BÖLW) (20124): Nachgefragt: 28 Antworten zum Stand des Wissens rund um Öko-Landbau und Bio-Lebensmittel. Berlin, S.11.

„Die Öko-Verordnung setzt einen Mindeststandard für die Öko-Produktion und –Verarbeitung sowie deren Kontrolle. Sie ist ein Kompromiss, auf den sich alle europäischen Staaten einigen konnten. Die Richtlinien der nationalen Bio-Landbau-Verbände setzen weitere Anforderungen und setzen damit den Maßstab für das, was Verbraucher von Bio-Produkten erwarten können. So verlangen die privaten Richtlinien die Umstellung des gesamten landwirtschaftlichen Betriebes [im Gegensatz zu einer Teilumstellung. Außerdem schreiben sie einen deutlich geringeren Tierbesatz je ha landwirtschaftlicher Fläche vor als die EU-Öko-Verordnung. Auch zu maximaler Düngermenge oder dem Zukauf von organischem Handelsdünger gibt es unterschiedliche Bestimmungen, um nur einige weitere Beispielee zu nennen.

Eine detaillierte Übersicht hierzu finden Sie unter: http://www.boelw.de/uploads/media/pdf/Themen/Argumentationsleitfaden/Bio-Argumente_BOELW_Auflage4_2012_02.pdf


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Wie werden die Tiere auf Bio-Betrieben gehalten?

Quelle:
Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft e.V. (BÖLW) (20124): Nachgefragt: 28 Antworten zum Stand des Wissens rund um Öko-Landbau und Bio-Lebensmittel. Berlin, S.26.

"Für Bio-Tiere ist durchgehend ein wesentlich höheres Platzangebot vorgeschrieben als in der konventionellen Haltung, damit sie ihre arteigenen Verhaltensweisen besser ausleben können.

So stehen einem Bio-Mastschwein im Vergleich zur EU-Richtlinie für die konventionelle Haltung eine mindestens doppelt so große Stallfläche und zusätzlich eine Auslauffläche im Freien zu […]. Während es für konventionell gehaltene Milchkühe und Mastbullen keine speziellen Rechtsvorschriften gibt, müssen Bio-Rinder regelmäßigen Auslauf erhalten und dürfen nur in Ausnahmefällen in kleinen Betrieben, in denen Weidegang oder regelmäßiger Auslauf gewährt wird, in Anbindeställen gehalten werden.

Für Geflügel, das konventionell überwiegend in riesigen Ställen mit Zehn- bis Hunderttausenden von Tieren gehalten wird, gelten in der ökologischen Haltung Obergrenzen von 3.000 Legehennen bzw. 2.500 Puten pro Einheit. Häufig sind die Tiergruppen in der Praxis noch deutlich kleiner […]. Das erleichtert die Übersicht und Betreuung der Tiere ebenso wie das Freilandmanagement."


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Warum sind Öko-Lebensmittel teurer?

Quelle:
Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft e.V. (BÖLW) (20124): Nachgefragt: 28 Antworten zum Stand des Wissens rund um Öko-Landbau und Bio-Lebensmittel. Berlin, S.36

Der Mehrpreis von Öko-Produkten gegenüber dem Durchschnitt konventioneller Produkte ist u. a. dadurch bedingt, dass höhere Produktionskosten durch die Anwendung arbeitsaufwändigerer Verfahren […] und die Anforderungen einer tiergerechten und umweltschonenden Tierhaltung […] entstehen.

Gleichzeitig sind die Erträge pro ha Land bzw. die Leistungen, wie z. B. die Milchleistung pro Kuh, geringer, zumal ein Teil der Flächen nicht dem Anbau von Verkaufsfrüchten, sondern bspw. Von Leguminosen zur Stickstoffgewinnung dient […].

Darüber hinaus erfordern die ökologischen Verfahrensweisen des Pflanzenbaus und der Tierhaltung meist ein höheres fachspezifisches Know-how als in der konventionellen Landwirtschaft […].


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Was bringt der Ökolandbau für die Umwelt?

Quelle:
Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft e.V. (BÖLW) (20124): Nachgefragt: 28 Antworten zum Stand des Wissens rund um Öko-Landbau und Bio-Lebensmittel. Berlin, S.46.

Jede Art der Landbewirtschaftung hat Auswirkungen auf die natürlichen Ressourcen. Die Folgewirkungen des ökologischen Landbaus beeinträchtigen diese jedochweit weniger als der konventionelle Landbau und sind in Teilen ausgesprochen positiv.

So führt der Öko-Landbau zu einer höheren biologischen Aktivität im Boden, erhält das Bodengefüge und verringert Bodenverluste. Die gesteigerte Wasserspeicher-kapazität des Bodens trägt zum Schutz vor Hochwasser bei. Ausgeglichenere Nährstoffbilanzen reduzieren die Versauerung der Böden und den Eintrag von Nährstoffen in die Gewässer. Auch der geringere Einsatz von Tierarzneimitteln und das Verbot synthetischer Pflanzenschutzmittel schonen Grundwasser und Oberflächengewässer. Der Verzicht auf mineralische Dünger und synthetische Pflanzenschutzmittel vermindert den Energieverbrauch und zugleich die Emission klimawirksamer Gase.


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Welche Bio-Siegel und Verbandszeichen gibt es?

Quelle:
Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft e.V. (BÖLW) (20124): Nachgefragt: 28 Antworten zum Stand des Wissens rund um Öko-Landbau und Bio-Lebensmittel. Berlin, S.12/13.

Eine einfache Orientierung bietet dem Verbraucher in Deutschland das deutsche sechseckige Bio-Siegel (siehe Abbildung). Im Jahr 2002 wurde dieses Zeichen vom Verbraucherschutzministerium geschaffen und kann seitdem für alle Bio-Produkte verwendet werden, die „gemäß EG-Öko-Verordnung“ erzeugt, verarbeitet oder in die EU importiert worden sind. Im Internet kann man nachschauen, ob das Herstellerunternehmen seiner Registrierungspflicht nachgekommen ist [...]. Das Siegel steht gemäß den EU-Gesetzen allen Verwendern offen, die Bio-Produkte vermarkten; es ist nicht für deutsche Erzeuger oder Verarbeiter reserviert.

Die Verbandszeichen von Bio-Landbau-Organisationen (siehe Abbildung) sind keine Hersteller- oder Handelsmarken, sondern gehören Bio-Landwirte-Verbänden. Sie dürfen nach Abschluss entsprechender Verträge bei der Kennzeichnung verwendet werden, wenn der Erzeuger, Verarbeiter oder In-Verkehr-Bringer des Produktes die Richtlinien der jeweiligen Bio-Landbau-Organisation einhält. Die Bio-Bauern-Organisationen, die die Produzenten und Hersteller zertifizieren, hatten sich lange vor Erlass der EU-Verordnung Regeln für ihre Arbeit gegeben, deren Einhaltung durch ein Vertrags und Überprüfungssystem gewährleistet wird. Diese Regeln sind in mancher Hinsicht weitergehend als die EU-Gesetze über den Öko-Landbau [vgl. Frage 3]. Die Zeichen finden sich häufig zusätzlich zur Marke des Hersteller- oder Handels-unternehmens auf Bio-Produkten. [...]


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Antworten auf weitere Fragen zum Öko-Landbau und weiterführende Informationen zu diesem Thema finden Sie unter:

 http://www.boelw.de/uploads/media/pdf/Themen/Argumentationsleitfaden/Bio-Argumente_BOELW_Auflage4_2012_02.pdf


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April 2017
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