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Aktuelles
27.02.2013
Eierskandal: Biokreis fordert Bekenntnis zur bäuerlich-ökologischen Landwirtschaft

Über 150 Betriebe stehen unter dem Verdacht, ihre Legehennenställe systematisch überbelegt zu haben – die Staatsanwaltschaft ermittelt. Nun werden Rufe laut, die strengere Kontrollen fordern, um künftig solche Betrügereien unmöglich zu machen. Doch das Problem liegt nicht bei unzureichenden Kontrollen, sondern in der agrarindustriellen Struktur der betroffenen Betriebe, unter denen sich auch Bio-Betriebe finden.

Im Bio-Bereich existiert ein engmaschiges und gut funktionierendes Kontrollsystem. Nur ist dieses System machtlos, wenn es sich um agrarindustrielle, verschachtelte Konglomerate von Betrieben handelt, die geradezu dazu angelegt sind, undurchschaubar zu sein. Großbetriebe wie solche, die jetzt im Fokus der Ermittler stehen, missachten schon in ihrer Anlage Grundpfeiler der ökologischen Landwirtschaft: Flächenbindung, Bäuerlichkeit und Gesamtumstellung des Betriebes. Statt die Tiere zu einem Großteil mit Futter vom eigenen Hof zu versorgen und deren Mist auf den eigenen Flächen auszubringen, bestehen hier Mist- / Futterkooperationen über hunderte von Kilometern hinweg. Statt eines Landwirtes, der seinen Betrieb überschaut und dafür jederzeit die Verantwortung übernimmt, wird hier die tägliche Arbeit im Stall von teilweise auch noch fachfremdem Personal erledigt. Als höchst problematisch erweist sich auch die nach der EU-Öko-Verordnung erlaubte Teilung in konventionell und ökologisch auf ein und demselben Betrieb.

Biokreis-Geschäftsführer Sepp Brunnbauer: „Wenn es um die nötigen Konsequenzen geht, die wir aus dem aktuellen Skandal ziehen müssen, sollten wir uns nicht an industriellen Großbetrieben orientieren und mit großem Aufwand ein ansonsten bestens funktionierendes Kontrollsystem an diese anpassen. Vielmehr geht es um eine Wertediskussion in der Biobranche, an deren Ende ein klares Bekenntnis zur bäuerlichen ökologischen Landwirtschaft stehen muss.“

   
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