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Aktuelles
17.01.2013
Hessen: AGZ-Kürzung bedroht Bergbauern - Bündnis "Agrarzukunft Hessen" gegründet

Für Hessens Bergbauern war es eine schlechte Botschaft, die kurz vor Weihnachten 2012 vom Hessischen Landwirtschaftsministerium überbracht wurde: Die Ausgleichszahlungen (AGZ), die das Land Hessen mit Beteiligung der EU und des Bundes an Bauern für die natürliche Benachteiligung an ihrem Standort – vor allem in Hochlagen – zahlt, werden ab 2013 drastisch gekürzt. Zudem werden ab diesem Jahr die Gelder für die AGZ nicht mehr wie bisher nach dem Grad der Benachteiligung gestaffelt, sondern nach dem Gießkannenprinzip verteilt: Sämtliche Landwirte mit Anspruch auf diese Förderung erhalten jetzt den gleichen Betrag – sodass die am meisten benachteiligten Gebiete die größten Kürzungen verkraften müssen. Da in den Höhenlagen viele Betriebe ökologisch wirtschaften, trifft die drastische Reduzierung der AGZ überdurchschnittlich viele Bio-Bauern. Die von ihnen erbrachten besonderen Leistungen bezüglich Biodiversität und Offenhaltung der Landschaft nutzen u. a. dem Tourismus und sind von der Politik ausdrücklich erwünscht. Die staatlichen Förderzulagen für Ökolandwirtschaft sind jedoch in Hessen im Vergleich zu anderen Bundesländern eher gering.

Biokreis-Vorstand und Landwirt Heiner Küthe, der im Waldeck´schen Upland einen Grünlandbetrieb mit Mutterkühen bewirtschaftet, bekam aus den AGZ 2010 noch 180.- € pro ha, ab 2013 sind es nur noch 53.-€ pro ha. Küthe: „Für meinen 80 ha Betrieb sind 8000.- € weniger existenzbedrohend. Ökologische Landwirtschaft in einer Höhenlage wie unserer ist dann bald nicht mehr möglich. Die Politik wünscht sich mehr Grünland, eine kleinstrukturierte Landwirtschaft, und natürlich die Bewirtschaftung der schwierigen Höhenlagen, aber mit solchen Kürzungen wird genau das Gegenteil erreicht.“

Um ihren Unmut öffentlich zu machen, demonstrierten die hessischen Bio-Bauern am Dienstag am Rande der Landwirtschaftlichen Woche Nordhessen in Baunatal. Organisiert wurde die Kundgebung von der Vereinigung Ökologischer Landbau in Hessen (VÖL), die am gleichen Tag zusammen mit der Arbeitsgemeinschaft Bäuerliche Landwirtschaft Hessen (AbL) und weiteren Verbänden das „Bündnis Agrarzukunft Hessen“ gegründet hatte. Auf einer Pressekonferenz stellte die neue Plattform ihr agrarpolitisches Grundsatzpapier vor, in dem die Beteiligten fordern, die Agrarumweltprogramme so auszugestalten, dass Umwelt- und Tierschutz in der hessischen Landwirtschaft stärker gefördert werden. Das Bündnis versteht sein Grundsatzpapier als Gegenentwurf zum „Zukunftspakt Landwirtschaft“, der vom Landwirtschaftsministerium einseitig mit dem Hessischen Bauernverband abgeschlossen wurde. Im Positionspapier wird auch gefordert, die Förderung der benachteiligten Gebiete in Hessen aktiv zu stärken.

Die Hessische Rundschau sendete einen Beitrag zur Demonstration der Öko-Landwirte,  zu sehen unter:
www.hr-online.de/website/suche/home/mediaplayer.jsp?mkey=47246313&type

Das Grundsatzpapier des Bündnis „Agrarzukunft Hessen“ findet sich auf der Seite
www.voel-hessen.de/aktuelles/

   
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