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14.12.2012
Einzelfall oder Systemfehler? PETA-Recherche stellt Öko-Verbände vor Grundsatzfragen

Bei ihrer „Eier-Recherche“ hat die Tierschutzorganisation PETA in einem Bio-Legehennenbetrieb schockierende Bilder aufgenommen und über das Fernsehmagazin „Fakt“ sowie über ihre Internetseite veröffentlicht. Die Aufnahmen kommen aus einem Stall, der von einem ökologischen Anbauverband zertifiziert wurde.  Und das, obwohl die Verbände für sich in Anspruch nehmen, dass die Richtlinien, die für unsere Mitglieder die verbindliche Grundlage darstellen, strenger sind als die Bio-Vorgaben der EU. Schlimmer noch: In der jüngeren Vergangenheit waren das nicht die einzigen Bilder von untragbaren Zuständen in Bio-Geflügel-Betrieben. Müssen wir uns künftig an solche Bilder gewöhnen, ganz nach dem Motto „schwarze Schafe gibt es überall“?

Schwarze Schafe gibt es überall, und natürlich auch im Verbands-Bio-Bereich. Durch regelmäßige Kontrollen werden Mitglieder, die gegen die Richtlinien verstoßen, herausgefiltert. Entweder sie beheben die Missstände oder ihnen wird die Mitgliedschaft gekündigt. Der Verband, dem der Eier-Großproduzent aus dem PETA-Bericht angehört, hat den betreffenden Stall inzwischen schließen lassen und ihn von der Mitgliedschaft ausgeschlossen – an anderen Standorten produziert der Großbetrieb weiter unter dem Verbands-Siegel. Ist damit ein Einzelfall – ein schwarzes Schaf – erledigt?

Ein Legehennenbetrieb wie der, aus dem die Bilder in der Fakt-Sendung stammen, weist ein grundsätzliches Problem auf: seine Größe. In einem Konzern, der täglich eine halbe Million Eier produziert, gibt es keinen Landwirt mehr, der sich persönlich um die möglichst artgerechte Haltung seiner Tiere in jedem einzelnen seiner Ställe kümmert. Die tägliche Arbeit wird in der industriellen Eierproduktion von Personal erledigt, das nicht in der Verantwortung steht. Kann ein solches Unternehmen den Grundsätzen der ökologischen Landwirtschaft entsprechen? Ist es überhaupt in der Lage, die Einhaltung der Verbands-Richtlinien zu gewährleisten?

Die Branche wird an Skandal-Bildern wie denen von PETA gemessen, tausende von bäuerlichen Betrieben, die sich strikt an die strengen Verbandsauflagen halten werden durch sie mit diskreditiert. Um solche Aufnahmen in zertifizierten Bio-Ställen künftig undenkbar zu machen, reicht es nicht aus, einen Stall zu schließen.

Die deutschen Ökoverbände stehen für das „bessere“ bio – wenn das so bleiben soll, müssen wir das System „ökologische“ Großbetriebe mit offenen Augen betrachten und uns klar dazu positionieren. Die ökologische Landwirtschaft kann nicht mithilfe von Betrieben wachsen, die die Grundsätze eben dieser Landwirtschaft nicht erfüllen können.

   
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