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Aktuelles
12.07.2018
Biokreis zur EuGH-Entscheidung: Ökolandbau steht für natürliche genetische Vielfalt

Am 25. Juli will der Europäische Gerichtshof (EuGH) seine Entscheidung darüber bekanntgeben, wie neue gentechnische Verfahren rechtlich einzustufen sind. Zur Debatte steht, ob Techniken wie „Genom-Editing“, „Crispr/Cas“ oder die „zielgerichtete Mutagenese“ der europäischen Gentechnik-Regulierung unterliegen oder nicht. Auch die Bundesregierung will ihren Standpunkt zur neuen Gentechnik am Urteil des EuGH ausrichten.

Neue Verfahren sind Gentechnik
Der ökologische Anbauverband Biokreis vertritt eine klare Position bezüglich der bevorstehenden Entscheidung: Neue Verfahren wie „Genom-Editing“, „Crispr/Cas“ oder die „zielgerichtete Mutagenese“ stellen Eingriffe ins Erbgut dar und sind somit gentechnischen Methoden gleichzusetzen. Folglich müssen sie über das Gentechnikrecht reguliert werden.
„Als gentechnisch veränderte Organismen müssen all die Organismen gelten, deren Erbgut auf technische Weise verändert worden ist, unabhängig davon, ob die Veränderung auch auf natürlichem Weg hätte zustande kommen können oder nicht“, stellt Biokreis-Geschäftsführer Sepp Brunnbauer klar. „Auch ein präziser Eingriff ist ein Eingriff und kann langfristig Nebenwirkungen auslösen, die heute noch nicht absehbar sind. Eine Risikoprüfung für diese Verfahren ist daher unabdingbar.“

Es gilt das Vorsorgeprinzip
Mit Hilfe der neuen Verfahren lassen sich unerkannt Mutationen in Organismen einschleusen. Hinterher kann nicht mehr festgestellt werden, ob die Veränderung durch natürliche Vorgänge oder durch einen technischen Eingriff zustande kam. Pflanzen, die mit Hilfe der neuen Techniken verändert wurden, wären also nicht mehr zu identifizieren. Deshalb muss das Vorsorgeprinzip greifen: Potentielle Schäden für Menschen und Umwelt müssen im Vorhinein möglichst ausgeschlossen werden. Das ist sichergestellt, wenn die neuen Verfahren der Gentechnik-Regulierung unterliegen und damit die Prinzipien der Risikoprüfung und Kennzeichnungspflicht für sie gelten.
Eine solche Regelung ist auch im Sinne der Verbraucher, die den Einsatz gentechnischer Verfahren im Bereich der Lebensmittelproduktion mehrheitlich ablehnen. Eine Kennzeichnung bei der Anwendung der neuen Verfahren ist zwingend, um die Wahlfreiheit der Konsumenten zu gewährlisten.

Natürliche Vielfalt als Lösung
Die Züchtung von klimaresistenten und nährstoffreichen Pflanzen ist auch auf natürlichem Weg möglich. Eine strukturell diverse Landwirtschaft, die mit der in alten Sorten und Rassen vorhandenen genetischen Vielfalt arbeitet, wird den klimatischen und ernährungstechnischen Herausforderungen der Zukunft gewachsen sein. Dafür steht der ökologische Landbau. Eine Freigabe von neuen Gentechnik-Verfahren, wie sie von der Industrie gefordert wird, lehnt der Biokreis ab. „Wir wollen kein genmanipuliertes Saatgut, sondern natürliche Vielfalt“, so Sepp Brunnbauer.

   
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