biokreis
Aktuelles
07.02.2018
Wer wird Landwirtschaftsminister/in? Die Forderungen des Biokreis

Der Koalitionsvertrag steht, nun müssen die Ministerien an die geeigneten Kandidaten verteilt werden. Der Biokreis als Vereinigung von 1200 Bio-Bauern, 200 Bio-Lebensmittel-Verarbeitern und 200 Verbrauchern appelliert in diesem Zusammenhang an die Koalitionspartner, eine/n neue/n Landwirtschaftsminister/in entsprechend den Bedürfnissen von Mensch, Tier und Umwelt zu wählen.

Kein/e Erfüllungsgehilfe/in der konventionellen Bauernlobby!

„Wir wünschen uns einen Minister oder eine Ministerin, der/die zum Dialog bereit ist mit den Gruppen, die ein veraltetes und nicht nachhaltiges System der Landwirtschaft kritisieren“, sagt Biokreis-Geschäftsführer Sepp Brunnbauer. Unnötig ist ein/e Minister/in, der/die lediglich als Erfüllungsgehilfe/in für die konventionelle Bauernlobby und die Agrarindustrie agiert. Ein/e neue/r Minister/in muss zuhören, beobachten und bereit sein, sich den Profiteuren des derzeitigen Systems in den Weg zu stellen. Er/Sie darf sich nicht in Sonntagsreden und Worthülsen verlieren, sondern muss glaubwürdig  sein in dem, was er/sie sagt und tut. Ein/e zeitgemäße/r Minister/in sollte für eine tierfreundliche und ökologische Produktion und nicht für günstige Massenproduktion für die Weltmärkte stehen. Er/sie sollte seine Politik nicht auf den Export ausrichten, sondern auf Regionalität und den Aufbau von Wertschöpfungsketten. Für die Verteilung der Agrargelder aus Brüssel muss für ihn/sie ganz klar gelten: öffentliche Gelder für öffentliche Leistungen! Eine verpflichtende Kennzeichnung der Tierhaltung bei Fleischprodukten, analog zu den Eiern, ist längst überfällig und eine der ersten umzusetzenden Aufgaben, ebenso ein bundesweites Gentechnik- und Glyphosatverbot.

Neuausrichtung der Agrarpolitik

Wir brauchen eine/n Minister/in, der/die seine/ihre Agrarpolitik in die Zukunft richtet und deren Basis die Produktion von Lebensmitteln ist. Wir brauchen eine nachhaltige Agrarwirtschaft, die die Existenzgrundlage der nächsten Generation bewahrt. Wir brauchen Verantwortlichkeit für eine artgemäße Tier- und eine ressourcenschonende Pflanzenproduktion. Wir brauchen angepasste Produktionsverfahren, deren Leitbilder der bäuerliche Familienbetrieb und der ökologische Landbau sind. Wir brauchen einen Gesellschaftsvertrag zwischen Bauern/Bäuerinnen und den Menschen, die in unserem Land leben. „Dazu sind nicht nur eine grundlegende Neuausrichtung der Agrarpolitik nötig, sondern auch Politiker, die diese Politik leben, dafür einstehen und wenn nötig, auch dafür kämpfen“, so Gottfried Erves, bundespolitischer Sprecher des Biokreis.

   
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