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Aktuelles
01.12.2017
Biokreis federführend bei AG Tierwohl der Ökoverbände – Echtes Tierwohl basiert auf vier Säulen

Tierwohl – in aller Munde und ein immer drängenderer Wunsch der Verbraucher. Sowohl der Lebensmitteleinzelhandel als auch die Bundesregierung haben auf dieses Anliegen reagiert. Doch was an neuen „Tierwohl-Initiativen“ kreiert wurde, ist oftmals reine Verbrauchertäuschung. So ist es etwa dem Käufer bei der Initiative des Lebensmitteleinzelhandels nicht möglich, Fleisch aus teilnehmenden Betrieben zu erkennen. Und das Bundesministerium orientiert sich mit seinem geplanten freiwilligen Tierwohllabel an den tatsächlichen Tierhaltungsbedingungen. Echte Fortschritte beim Tierwohl sind in beiden Projekten kaum zu erwarten.
Kontinuität und Erfolg beweist dagegen die AG Tierwohl der Ökoverbände, in der sich der Biokreis maßgeblich beteiligt.

Per Checkliste wird kontrolliert

Im Jahr 2016 wurden mehr als 8500 tierhaltende Bio-Betriebe mittels einer Checkliste auf die Einhaltung hoher Tierwohlstandards kontrolliert. „Die echten Unterschiede zum konventionellen Betrieb liegen natürlich in den Öko-Richtlinien begründet“, sagt Jörn Bender, Tierwohl-Verantwortlicher beim Biokreis, „wer sichergehen will, Fleisch aus artgerechter Erzeugung zu kaufen, muss daher auf ökologisch erzeugte und am besten mit einem Verbandslabel ausgezeichnete Produkte zurückgreifen.“

Echtes Tierwohl hat vielfältige Facetten

Tierwohl ist dem Biokreis ein hohes Anliegen. Dass es den Tieren im Ökolandbau gut geht, sichern im Wesentlichen die vier Säulen unserer Qualitätssicherung:

1. Die Biokreis-Richtlinien: Unsere Richtlinien sichern mit einer ausführlichen Beschreibung der Vorgaben für Stallgebäude und Ausläufe wesentliche Grundvoraussetzungen zur Gewährleistung eines hohen Maßes an Tierwohl. So zählen etwa die Mindeststallflächen (z.B. 1,5 qm beim Mastschwein und 6 qm bei der Kuh), entsprechende Auslaufflächen (z.B. 1,2 qm beim Mastschwein und 4 qm bei der Bio-Henne) und vorgeschriebene Wintergärten als trockener und luftiger Schlechtwetterauslauf in der Legehennenhaltung zu Grundprinzipien unseres Ökolandbaus. Schon hier schreiben die Biokreis-Richtlinien weit mehr Platz und Ausläufe vor, als die Vorgaben der konventionellen Landwirtschaft und deren sogenannte Initiative Tierwohl.                                                                                                                                    

2. Die jährliche Tierwohl-Kontrolle: Betriebe verändern sich, und auch auf guten Betrieben kann einmal etwas schiefgehen. Von daher stehen wir ohne Wenn und Aber zum Prinzip einer jährlichen Ökokontrolle und zusätzlich einer jährlichen Tierwohlkontrolle in allen tierhaltenden Betrieben! Neben der Überprüfung der vielen Vorgaben der EG-Ökoverordnung sowie der Verbandsrichtlinien schauen wir bei der Tierwohlkontrolle nicht nur ins Papier, sondern konkret auf das Tier im Stall. Wir möchten, dass unsere Bio-Tiere gesund sind. Deshalb werden Auffälligkeiten, etwa bei erkrankten, lahmenden oder verschmutzten Tieren, zu hohe Verlustraten in der Tierhaltung oder negative Zustände in Stallungen und Ausläufen konsequent durch unabhängige Kontrolleure bewertet und der Qualitätssicherung des Biokreis rückgemeldet.

Wir beschränken uns dabei nicht wie andere konventionelle Ansätze auf die Tierarten Schwein und Geflügel, sondern beziehen auch Rinder, Schafe und Ziegen mit ein – Tierwohl ist uns bei allen Tierarten eine Verpflichtung.

3. Intensive fachliche und methodische Schulung des Kontrollpersonals: Nur fachlich gut ausgebildete Kontrolleure können ein sicheres Urteil zur Tiergesundheit abgeben. Daher bilden wir durch die AG-Tierwohl seit 2015 das Personal der Kontrollstellen in sogenannten Praxisschulungen in der Beurteilung einer vorbildlichen Tierhaltung weiter.

4.Unsere Verbandsberatung: Insgesamt 16 Beraterinnen und Berater stehen den Biokreis-Betrieben bundesweit in Fragen der Tierhaltung und des  Tierwohls zur Verfügung. Diese Beratungskräfte agieren in den verschiedenen Regionen und gewährleisten damit auch einen hohen Bezug zur spezifischen Tierhaltung am jeweiligen Standort.

Kontinuität und Erfahrung im Tierwohl

Der Biokreis trägt die Idee der AG Tierwohl seit den ersten Stunden mit. Bereits bei einem vom Landwirtschaftsministerium in Nordrhein-Westfalen geförderten Vorläuferprojekt von 2012 bis 2015 war Jörn Bender als Geschäftsführer und Tierhaltungsberater des Biokreis in NRW federführend beteiligt. Mit dem Beitritt des Biokreis in die AG Tierwohl der Ökoverbände im Jahr 2014 und kurz nach deren Etablierung fand dieses Engagement aus NRW eine nahtlose Fortsetzung. Jörn Bender gehört zum „Stammpersonal“ der AGT Tierwohl, in der die maßgeblichen Verbände des Ökolandbaus in Deutschland sehr erfolgreich zusammenarbeiten. Der Biokreis steht klar hinter dem Konzept einer gemeinsamen und damit verbandsübergreifenden Tierwohlkontrolle in den Betrieben des ökologischen Landbaus!

 

   
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